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Literaturzirkel I: Delinquenz in der deutschen Literatur 文学サークル1:「ドイツ文学に描かれた犯罪」 :: 2019/02/28(Thu)

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„Die Wirklichkeit, von der wir sprechen
kännen, ist nie die Wirklichkeit an sich.“

Das Zitat des Physikers Werner K. Heisenberg ist
den Erzählungen „Verbrechen“ Ferdinand von Schirachs
vorangestellt. Wie repräsentieren wir Wirklichkeit – und was
bedeutet das für Literatur? Anhand zunächst
dieser Leitfrage haben wir uns den Kurzgeschichten von
Schirachs genähert; und zwar hauptsächlich den
Erzählungen „Notwehr“ und „Der äthiopier."

Während der Lektüre haben wir erarbeitet,
wie schwierig es vor allem in ersterer Erzählung ist, eine
eindeutige Zuordnung von Täter- und Opferrollen vorzunehmen.
Selbst nach Analyse der vermeintlichen Täterfigur blieben
nicht wenige Fragen offen. Allerdings fiel auf, dass von Schirachs Texte
in einem nahezu protokollarischen Stil verfasst sind:
Die Sätze sind sehr kurz und die Figuren stark nach Typen skizziert,
was jedoch der Lektüre zugutekommt; denn auf-grund des einfachen
Aufbaus, eignen sie sich für den Einstieg in die Lektüre
und das Studium deutscher Literatur. Obwohl die Texte in Japanisch
vorlagen, haben die Teilnehmer sie auch teilweise in Deutsch gelesen.
Auch die zweite Erzählung „Der äthiopier“ haben wir
eingehend besprochen. Wobei hier vor allem die Verbindung von
Wirklichkeit und Gesetz bzw. Recht problematisiert wurde.
Den Teilnehmern fiel vor allem auf, dass die doch sehr auf ein
Idealbild zugeschnittenen Gesetzesvorgaben dem komplexen Alltag
häufig nicht gerecht werden. Im übrigen hat die Lektüre
auch zur Reflexion über unterschiedliche Auffassungen von
Recht und Gesetz in unterschiedlichen Ländern, gerade auch vor dem
Hintergrund der Menschenrechte und -würde, geführt.

Abschließend haben wir von Schirachs Texte mit Franz Kafkas
„Der Prozess“ verglichen. Infolgedessen wurde diskutiert, ob in
unterschiedlichen Kontexten Recht vielleicht ganz anders funktioniert.
Besonders Kafkas Text stellte die Teilnehmer vor Schwierigkeiten,
sie gewannen hauptsächlich den Eindruck einer „alptraumhaften“
Geschichte. Davon nicht unberührt blieb auch das Thema
Literatur überhaupt: Unter Rückgriff auf Friedrich Schillers
überlegungen zu Verbrechen in der Literatur, haben die Teilnehmer
über eine Verbindung von ästhetik und Verbrechen nachgedacht.
Schlussendlich wurde uns allen erneut bewusst, wie schwierig zu
durchschauen der Komplex Literatur – Recht – Wirklichkeit eigentlich ist.
Zum Nachdenken und zur Diskussion angeregt haben die Texte
ohne Zweifel; im übrigen hoffe ich, die Teilnehmer dadurch zur
weiteren Lektüre deutscher Texte angeregt zu haben.
Gerade weil sie unser Verständnis von Wahrheit und
Wirklichkeit ununterbrochen herausfordert.



「私たちが物語ることのできる現実は、
現実そのものではない。」

この、物理学者ヴェルナー・カール・ハイゼンベルクの言葉が
フェルディナント・フォン・シーラッハの『犯罪』という短編集で
引用されている。では、私たちはどうやって現実を描き、
それは文学にどう影響するか?そのような問題を念頭に、
シーラッハの短編小説、主に『正当防衛』と『エチオピアの男』を読んだ。

『正当防衛』では、やはり被害者と加害者をはっきり見分けることが
非常に難しいと分かった。容疑者を分析してからも、疑問が沢山残る。
気になったのは、フォン・シーラッハの文章がレポート的なスタイルで
書かれたこと。文章はとても短く、登場人物はステレオタイプだ。でも、
そのおかげで読みやすく、簡単な構造で日本人でも速く読める。
ドイツ文学の入門者に適している。日本語のバージョンも準備しておいたが、
参加者の一部は頑張ってドイツ語で読んでくれた。
2つめの『エチオピアの男』の小説も読んで議論した。
特に、法と現実の関係が問題となった。参加者は、理想像に合わせて
定められた法律や刑法で、複雑な日常生活を判断することは非常に
難しいと考えた。ちなみに、さまざまな国々のさまざまな法や人権、
人間尊厳の問題についても色々考えた。

最後に、フランス・カフカの『審判』を読んで『犯罪』と比べた。
そのために、コンテクストによって法が別の役割を果たすかどうか、
議論した。特にカフカの小説で、参加者は少しとまどったようだ。
この作品から「悪夢のような」印象を受けたようだったので、
文学そのものについて触れないわけにはいかず、
シラーの美学と犯罪についての思想が書かれたものを読んで
考え、美学と犯罪の関係はやはり難しいと気づいた。

最終的に、やぱり、文学・法・現実の複雑さを見分けることの難しさを
改めて認識した。でも、文学を読むことで、考えること、議論することが
始まるに違いない。そして、参加者がドイツ文学をもっと読もうと
思ってくれたらうれしい。私たちが、真理と事実について
どう理解しているのか常に考えさせられるから。

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